Mittwoch, 17. August 2016

Extraschicht 2016 in Oberhausen und Umgebung


… zauberhaft war es und magisch, sehr magisch.
Die Nacht der Industriekultur bot mit dem Programm der "Extraschicht" dieses Jahr wieder vielen Besucher in 20 verschiedenen Städten ein außergewöhnliches Event an. Exakt 48 Standorte und überall reden die Menschen immer noch davon, wie besonders dieser Abend war. Oberhausen war gleich mit mehreren interessanten Orten vertreten. Gasometer, LUDWIGgalerie, Altenberg und endlich auch wieder die Niebuhrg

Nach einjähriger Pause doch hier an dieser Stelle mal ein ganz herzliches "Willkommen" an
Holger Hagemeyer, dem Niebuhrg-Leiter. Und das Theater an der Niebuhrg bot dieses
Jahr beim "Buhrgzauber" ein echtes Special an: ein Zusammenspiel von Licht und Feuer,
unter dem magischen Zauber menschlicher Kreativität.
Ich selbst befand mich auch mitten im Geschehen. Frank Gebauer stellte mir einen unglaublich
geeigneten Raum in seinem ARTelier P2 zur Verfügung. Direkt angrenzend an der Niebuhrg,
umgeben von kreativen Kunstwerken verschiedener Künstler.

Nicole Tenge, Rainer Müller, Georg Overkamp und natürlich Frank Gebauer, haben sich mit
all ihren ausgestellten Bildern mal wieder selbst übertroffen. Geheimnisvolle Landschaften,
außergewöhnliche Momente oder kreativ lebendig dargestellte Personen vergangener Zeiten,
dessen Geister zu diesem Event deutlich spürbar anwesend waren.
David Bowie, Mick Jagger oder Marlene Dietrich (wird gerade in der Gedenkhalle am Schloss
Oberhausen ausgestellt unter: Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Die Nazis.)

Frank Gebauer hauchte diesen tot geglaubten Promis durch seine Bilder neues Leben ein.
Durch Farben. Durch Können. Durch seine einzigartige Sicht der Dinge.
Aber auch ich stand dem großen Künstler in nichts nach. Schon Tage vorher kündigten
Frank Gebauer und ich unsere ungewöhnlichen Aktionen mit äußerst gekonnter Werbung an.
Mein Thema? Tina Becker präsentiert: Goethes Zauberlehrlinge lesen im ARTelier P2.

Und sie haben den Laden gerockt! Sie, das bedeutete: Talira Tal und Frank Vollmann, "Oppa"
Kurt Guske, Nadine Muriel und wir, Marcus Watolla und ich, als zauberhaftes und bittersüßes Leseduo.
Eigentlich sollte unser Zauberlehrling Angie Chris in unsere Mitte kommen, aber leider erkrankte sie.
Schade. Echt schade. Gute Besserung von hier aus, Angie Chris!
Obwohl die Abläufe des Abends vorher besprochen waren, passten sich alle dem laufenden
Publikum an. An dieser Stelle bedanke ich mich bei meinem Team, das den ganzen Abend
unwahrscheinlich
spontan und zauberhaft reagiert hatte.

Eigentlich, so ganz eigentlich, sollte es spät am Abend auch noch eine erotische Lesung geben.
Tara Becker stand bereit, Oppa Kurt Guske und auch Frank Vollmann.
ABER! Da es bis spät am Abend immer wieder die jungen Gäste zu uns hinzog,
beschlossen wir spontan, lieber die Kollegen von morgen zu verzaubern.
Ich in meinem urigen Hexenraum. Mit Energiekugel, Pentagramm, vielen Kerzen und Zauberbonbons. Nicht nur mein gerade veröffentlichtes Buch "Hexe Tina - einfach zauberhaft" wurde zwischen all dem magischen Kram präsentiert, sondern auch "Die Gilde der Rose" von Talira Tal.

Zwei weiße Hexen und eben ihre Zauberlehrlinge. Während Hexe Tina begeistert durch die angrenzende Niebuhrg schlich und das Publikum auf unsere Lesungen aufmerksam machte, begeisterte Oppa Kurt, ein echter Nachfahre des Grafen von Dunkelstein die Besucher ebenso, wie Marcus Watolla einigen Zuhören die "Magie" etwas näher erläuterte. Nadine Muriel stellte eine Verbindung zwischen den Welten her und selbst das Lichtwesen Frank Vollmann brachte viele Damenherzen dazu, schneller zu schlagen.
Und was für interessanten Menschen ich begegnet bin! Angezogen von lebensgroßen Tarotkarten betrat ich sogar eine Oase der Ruhe, indem wirkliche Lichtgeister für Wohlbefinden sorgten. Ich, schwarzgekleidetes Wesen, fungierte vielleicht gerade an so einem klaren, hellen "Lichtort" etwas ungewöhnlich, habe mich aber augenblicklich wohl gefühlt, bei diesen strahlendhellen Wesen. Schließlich wurde ich von unübertroffenen Klängen angezogen, die durch die Niebuhrg tönten. Ronald Harmstein und seine Band CS3 faszinierten mit ihrer Musik und ich konnte gar nicht anders, als ihnen gebannt zuzuhören.

Ach, vorher huschte ich noch schnell mit Markus Watolla zu einer coolen Lesung des Literaturstudios Essen vorbei. Dort wurden wir von Emine Textor auf die Bühne geholt, denn wir durften gratulieren. Nicht umsonst hieß es bei ihnen "Die Geburtstagslesebühne des Literaturstudios Essen"!
Stunden hätte ich noch durch die Nieburg laufen können, denn dieses imposante Lichtspiel der Farben tauchte die gesamten Mauern der ehemaligen Zeche Concordia in ein wirklich zauberhaftes Licht.
Auch als die Dunkelheit endlich anbrach, hörte der Regen auf und zauberhafte Dinge passierten auf dem Außengelände. Feuer und Licht vereinigten sich hervorragend, genau wie Holger Hagemeyer es gewollt hatte. Bestimmt steckt in ihm ebenfalls ein großartiger Zauberer!
Während wir weiterhin unser Publikum in Oberhausen an der Niebuhrg verzauberten, geschahen in einer ganz andern Stadt ebenfalls wunderbare Dinge. In Herne gab es auch eine Extraschicht. Ein feines, kleines Event, das sich unauffällig im Herzen von Wanne-Eickel abspielte. Hier präsentierte sich ein ganz lieber Kollege von mir. Spielmann Michel, der mit seinem umfangreichen Programm aus Rock, Pop, Folk und Mittelaltermusik die Bushaltestelle „Eickel“ beschallte. Mit Dudelsack, Gitarre und seinem einzigartigen Humor verkürzte er den kulturbeflissenen Mitbürgern die Wartezeit, bis der Bus kam.

Wie er mir später schmunzelnd erzählte, nahmen einige Zuhörer sogar einen Bus später,
um noch weiter der Spielmannskunst zwischen Queen, Johnny Cash, AC/DC, Hannes Wader
oder Walter von der Vogelweide zu lauschen. So wie ich Spielmann Michel kenne, präsentierte
er den Besuchern auch Lieder aus der eigenen Feder.
Viel passierte also an diesem Abend im Ruhrgebiet. Und geredet wird davon heute noch. Hiermit möchte
ich mich aber noch einmal bei Frank Gebauer bedanken, der es uns ermöglichte, in seinem ARTelier P2
zu zaubern, was der Besen hergab. Frank, du bleibst der Größte!







(Text Tina Becker/ Bilder Frank Gebauer, Schwerner's Fotos)

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